Energieverbraucher

Vom Consumer zum Prosumer

Die steigenden Energiepreise der vergangenen Jahre stellen den Energieverbraucher vor große Herausforderungen und bringen Chancen und Risiken mit sich. Im europäischen Vergleich zählt Deutschland zu den Ländern mit den höchsten Stromkosten, ein Zustand, der sich auch im Zuge der Energiewende absehbar nicht ändern wird. Diese Rahmenbedingungen verstärken beim modernen Energiekunden das Bedürfnis, sich mit den eigenen Energiekosten auseinandersetzen, um einen zunehmenden Einfluss auf seine Energiekosten zu erlangen.

Die Bundesregierung hat sich in ihrem 'Weißbuch Strommarkt' vom Sommer 2015 für eine intensive Einbindung der Verbraucherseite in den Strommarkt entschieden. In diesem Strommarkt 2.0, indem vermehrte Ausschläge des Strompreises zu erwarten sind, kommt der Nachfrageflexibilität eine wachsende Bedeutung zu.

Für Energieverbraucher bestehen bereits heute innovative Ansätze, um die neuen Rahmenbedingungen für sich zu nutzen:

  • Energieeffizienzmaßnahmen
  • Eigenerzeugung
  • dezentrale Energiespeicherung
  • Smart Metering
  • Demand-Side-Management

 r2b unterstützt Sie gerne bei der Entwicklung Ihrer Strategie.

r2b Future Electricity Index

Rapider Anstieg der Strombeschaffungskosten für Haushalte

Bereits seit längerer Zeit verfolgen wir mithilfe des r2b-Future Electricity Index die durchschnittlichen Strombeschaffungskosten für Haushalte, die einem Energieversorger bei der Beschaffung am Strommarkt entstehen. Die Strompreise der Haushalte folgen den Strombeschaffungskosten zeitversetzt.

Die bereits im Frühjahr historisch einmalig hohen Beschaffungskosten sind nun weiter auf ein Rekordniveau von ca. 17,5 ct/kWh gestiegen. Das bedeutet: im kommenden Jahr 2023 ist mit einem weiteren, massiven Anstieg der Stromtarife für Endkunden zu rechnen. Der Grund dafür sind die anhaltend hohen und teilweise weiter steigenden Preise für Gas und Strom.

Nach wie vor ist also der schlimmste Teil der Preissteigerungen noch nicht bei den Haushalten angekommen. Für Verbraucher wird die Lage am Energiemarkt in den nächsten ein, zwei Jahren erst schlechter, bevor sie besser wird. Grund dafür ist der lange Zeithorizont beim Einkauf von Strom. Teile des Stroms, der von den Haushaltskunden verbraucht wird, wurde bereits zwei bis drei Jahre zuvor eingekauft. Die anhaltend hohen Preise werfen daher einen langen Schatten.

Zur Illustration der dramatischen Entwicklung in den letzten Monaten ist untenstehend die handelstägliche Entwicklung des r2b-Future Electricity Index für das Lieferjahr 2023 seit Januar abgetragen. Der stete und rapide Anstieg ist vor allem deshalb bemerkenswert, da er im Wesentlichen auf wenige Monate mit außergewöhnlich hohen Preisen zurückzuführen ist. Sollte sich das Preisniveau langfristig auf dem aktuellen Level stabilisieren, ist mit einem weiteren, deutlichen Anstieg zu rechnen.

Der r2b Future Electricity Index prognostiziert für jeden Handelstag den durchschnittlichen Beschaffungspreis pro kWh für einen Haushaltskunden und das jeweilige Folgejahr. Um die Energiebeschaffungskosten eines repräsentativen Energieversorgungsunternehmens (EVU) abzuschätzen, werden verschiedene Beschaffungsstrategien modelliert. Die mittelfristige Beschaffung benötigter Energiemengen durch ein EVU erfolgt typischerweise auf Basis mehrerer Tranchen in den zwei bis drei Jahren vor Lieferung. Dabei werden für das jeweilige Lieferjahr üblicherweise Terminkontrakte am Strommarkt gekauft. Da sich die Beschaffungszeiträume verschiedener EVU in der Praxis auf das ganze Jahr verteilen und teilweise überlappen, wird hier von einer gleichverteilten Tranchierung der Beschaffung auf den gesamten Beschaffungszeitraum ausgegangen. Da die Preisdaten für den gesamten Beschaffungszeitraum erst verfügbar sind, wenn die Beschaffung für das Frontjahr auch vollständig abgeschlossen wurde (Ende Dezember), folgt die Indexbewertung dem branchenüblichen Vorgehen und verwendet den jeweils letztverfügbaren Handelstag als besten Schätzer, um die Preise der verbleibenden, zukünftigen Handelstage zu bewerten.

Bei einer Strombeschaffung über den Terminmarkt spielen insbesondere die Standardprodukte (beispielsweise jährliche Base- und Peakscheiben) eine Rolle. Allerdings unterscheiden sich verschiedene Abnehmer deutlich in ihrer Laststruktur – die Wertigkeit des jeweils verbrauchten Stromes kann sich also ebenfalls stark unterscheiden. Um dies zu berücksichtigen, entspricht die Wertigkeit des Stroms im r2b Future Electricity Index der erwarteten Wertigkeit eines Lastprofils für Haushalte. Eine exakte Anpassung des beschafften Stromprofils an die tatsächliche Nachfrage wird in der Realität dann in der kurzen Frist, z. B. durch den Handel am Day-Ahead-Markt oder Intraday-Markt, erreicht. Wurde die Wertigkeit des vom Abnehmer verbrauchten Stroms ex ante korrekt eingeschätzt, so ist diese Anpassung kostenneutral.

Maßgeschneiderte Marktanalysen für Energieanwendungen der Zukunft

Welche dieser neuen Optimierungsmöglichkeiten lassen sich für Ihren individuellen Verbrauch nutzen und welche Kosteneinsparungen sind damit verbunden? Mit welchen Veränderungen bezüglich des Niveaus und der Struktur des Stromverbrauchs ist zu rechnen? Wir bieten Ihnen maßgeschneiderte Marktanalysen zur Entwicklung von Endverbraucherpreisen, Nachfrageflexibilität und stündlichen Laststrukturen, die wir stetig weiterentwickeln und die bereits in zahlreichen Projekten zum Einsatz gekommen sind.

Überzeugen Sie sich gerne! Wir freuen uns auf ein gemeinsames Projekt mit Ihnen.

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Experten für Energieverbraucher & Energieanwendungen

Ausgewählte Produkte & Dienstleistungen

  • Wir prognostizieren für Sie die Entwicklung der für Sie relevanten Endverbraucherpreise für Strom.
  • Wir analysieren auf Basis unserer umfangreichen Datenbanken und Berechnungstools sämtliche Preisbestandteile von – Großhandelspreisen über Netzentgelte und Vertriebskosten bis hin zu Umlagen, Abgaben und Steuern.
  • Wir schätzen für Sie ab, wie sich die Stromkosten für Ihr Unternehmen in den nächsten Jahren bzw. Dekaden entwickeln werden.
  • Wir kalkulieren für Sie mögliche Alternativen zum derzeitigen Strombezug.

Sie überlegen, ob Sie Ihren Strombedarf ggf. selbst erzeugen sollen? Sie planen langfristige Stromlieferverträge?

Endkunden-Preisprognose anfragen

Wir analysieren für Sie auf Basis unserer umfangreichen Daten und Projekterfahrungen mögliche Entwicklungspfade für den zukünftigen Bedarf, die Potenziale sowie die Kosten des Einsatzes von Demand-Side-Management. Außerdem zeigen wir Ihnen auf Basis unserer Fundamentalmodelle, wie sich zukünftig die Nutzung von DSM auf die Preisstruktur des Strommarktes auswirken kann. Für Sie als Energieverbraucher erstellen wir darüber hinaus mittels unserer Fundamentalmodelle detailliert Kosteneinsparpotenziale und Investitionsbewertungen von DSM-Maßnahmen.

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Wir analysieren für Sie die weitere Entwicklung des Stromverbrauchs und der Laststruktur. Diese wird sich insbesondere durch die Energiewende verändern. Bereits heute zeigt sich, dass die derzeit noch immer genutzten Standardlastprofile überholt sind. Auf Basis unserer umfangreichen Datenbasis sowie unseres Know-hows erstellen wir Ihnen realitätsnahe (regionale) stündliche Last- und Verbrauchsprognosen, damit Sie für Ihre anstehenden Investitionsentscheidungen bspw. bzgl. der Netze, Kraftwerke oder des Vertrieb eine fundierte Grundlage haben. Diese Analysen beinhalten stündliche Lastzeitreihen unter Berücksichtigung zukünftiger Trends wie bspw. Elektromobilität, Wärmepumpen, Klimatisierung, Energieeffizienz, etc.

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Zukünftige Entwicklungen bei regionalen Stromverbräuchen und Lastprofilen haben einen wesentlichen Einfluss auf die Planungen des Ausbaus der Stromnetze.

Auf Basis unserer umfangreichen Datenbasis sowie unseres Know-hows erstellen wir Ihnen regionale stündliche Last- und Verbrauchsprognosen, damit Sie für Ihre anstehenden Investitionsentscheidungen bspw. bzgl. Netze, Kraftwerke oder Vertrieb eine fundierte Grundlage haben.

Gerne prognostizieren wir für Sie auch die residuale Last der jeweiligen Gebiete. Dazu nutzen wir zusätzlich unser Regionalisierungsmodell für erneuerbare Energien.

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Ausgewählte Referenzen

Unsere Erfahrungen im Bereich Energieverbraucher

Leitstudie Strommarkt - Arbeitspaket unkonventionelle Flexibilitätsoptionen

Auftraggeber: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)

Für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) untersuchen wir den Anpassungsbedarf im Markt- und Regulierungsdesign. Dabei untersuchen wir auch in einem speziellen Arbeitspaket die zukünftige Rolle von sog. unkonventionellen Flexibilitätsoptionen (flexible Lasten, Netzersatzanlagen, steuerbare erneuerbare Energien, usw). Wir kommen zu der Schlussfolgerung, dass insbesondere flexible Last zukünftig zu bezahlbaren Kosten und in ausreichendem Ausmaß im Strommartk zu Verfügung stehen können.

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Strombedarfsstudie

Auftraggeber: Energieversorgungsunternehmen

Fokus dieser Studie ist eine Analyse über die Veränderung des Stromverbrauchs in den nächsten Dekaden. Unser Vorgehen: Wir prüfen, in wie weit sich einerseits der Jahresstromverbrauch sowie das stündliche Lastprofil weiterentwickeln werden. Dabei analysieren wir die wesentlichen Einflussgrößen wie bspw. Elektromobilität, technologischer Fortschritt bzw. Effizienz, wirtschaftlicher Strukturwandel, Klimatisierung detailliert und stellen deren Auswirkungen auf den Stromverbrauch und die Last dar. Um die Entwicklung der Lastprofile einzelner Sektoren abschätzen zu können, erarbeiten wir eine Vielzahl an einzelnen Verbrauchsprofilen für die Sektoren Haushalte, Gewerbe/Handel/Dienstleistungen, Verkehr, Industrie und öffentlicher Sektor. Aufgrund der großen Unsicherheiten dieser Entwicklungen betrachten wir im Rahmen dieses Projekts unterschiedliche Szenarien. So können wir eine optimale Bandbreite möglicher Entwicklungen abbilden.

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Voraussetzung einer optimalen Integration erneuerbarer Energien in das Stromversorgungssystem

Auftraggeber: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)

Im Rahmen dieses Projekts für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) analysieren wir unterschiedliche Entwicklungspfade für erneuerbare Energien und deren Auswirkungen u.a. auf Kraftwerkspark, Strompreise und Stromnetze.

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