Das Forschungsprojekt „Potenzialanalyse für Kleinwindenergieanlagen entlang der Verkehrsinfrastruktur“ erfolgte im Auftrag des Deutschen Zentrums für Schienenverkehrsforschung (DZSF) beim Eisenbahn-Bundesamt.

Es wurde untersucht, ob und unter welchen Bedingungen Kleinwindenergieanlagen (KWEA) zur dezentralen Stromversorgung entlang von Autobahnen, Bahnstrecken und Wasserstraßen beitragen können. Ziel der Untersuchung war es, technische, räumliche und wirtschaftliche Potenziale zu bewerten sowie regulatorische Hemmnisse zu identifizieren.

Die Analyse zeigt, dass eine einheitliche Definition von KWEA bislang fehlt. Für die Bewertung im Projekt wurde eine praxisnahe Abgrenzung anhand der 50-Meter-Grenze aus dem Bundesimmissionsschutzrecht gewählt. Auf dieser Grundlage erfolgte eine Bewertung marktüblicher Anlagentypen, potenzieller Einsatzbereiche sowie typischer Nutzungskonzepte.

In einer GIS-gestützten Potenzialanalyse wurden geeignete Flächen entlang der Verkehrsinfrastruktur identifiziert. Ergänzend erfolgte eine energetische Bewertung durch Clusterung meteorologischer Winddaten. Die geeignetsten Potenziale konzentrieren sich auf norddeutsche Regionen mit günstigem Windangebot.

Auf Basis eines techno-ökonomischen Optimierungsmodells wurde die Wirtschaftlichkeit exemplarischer Standort-Verbraucher-Kombinationen untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass ein wirtschaftlich tragfähiger Ausbau von KWEA unter den derzeitigen Rahmenbedingungen nur in wenigen spezifischen Konstellationen möglich ist – vor allem bei hohen Stromverbräuchen und sehr guten Windverhältnissen. Batteriespeicher werden nicht eingesetzt, da sie unter den gegebenen Bedingungen nicht wirtschaftlich sind. Die finanziellen Einsparpotenziale bleiben insgesamt begrenzt und liegen selbst an wirtschaftlich ausgebauten Standorten bei maximal 1,7 %.

Vor diesem Hintergrund empfiehlt die Studie eine strategische Zurückstellung von KWEA gegenüber etablierten erneuerbaren Technologien wie Photovoltaik. Eine Neubewertung könnte erfolgen, wenn technologische Fortschritte, gesunkene Anlagenkosten oder rechtliche Anpassungen neue Anreize schaffen.

Mehr Informationen zum Projekt

Auftraggeber

Deutsches Zentrum für Schienenverkehrsforschung (DZSF) beim Eisenbahn-Bundesamt

Projektstatus

abgeschlossen

Projektpartner
  • Rechtsanwälte Günther Partnerschaftsgesellschaft

Projektleitung

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