#r2b_Insights: Dynamische Netzentgelte als wichtiger Baustein bei der Bewertung von Batteriespeichern

Mit dem AgNes-Verfahren arbeitet die Bundesnetzagentur derzeit an einer Weiterentwicklung der Netzentgeltsystematik Strom. Für Batteriespeicher stellen sich damit zwei zentrale Fragen:

  1. Bedrohen dynamische Netzentgelte den Business Case von Batteriespeichern?
  2. Wie lassen sie sich robust in ökonomische Bewertungsmodelle integrieren?

Unser Ansatz ist es, dynamische Netzentgelte nicht isoliert zu betrachten, sondern als integralen Bestandteil unserer BESS-Erlösprognosen (r2b BESS-Modell). Wir untersuchen die möglichen Auswirkungen in einem Guss mit unseren Preisszenarien für Day-Ahead-, Intraday- und Regelreservemärkte. Denn für Speicherprojekte ist entscheidend, dass Markt- und Netzsignale zusammenpassen: Die allgemeine Lage in der Gebotszone, die sich in den Strompreiskurven widerspiegelt, muss mit der lokalen Situation am konkreten Netzanschlusspunkt verknüpft werden.

Entscheidende Rolle der regionalen Dimension: Ein Speicherstandort in einer Wind-geprägten Region Norddeutschlands kann ganz andere netzseitige Signale aufweisen als ein Standort mit stärker PV-geprägtem Umfeld in Süddeutschland, obwohl beide mit identischen Großhandelspreisen konfrontiert sind. Gleichzeitig muss die Speicherfahrweise weiterhin zu den Erlösmöglichkeiten an den relevanten Strom- und Flexibilitätsmärkten passen. Dynamische Netzentgelte sind nicht nur eine regulatorische Detailfrage. Sie können zu einem relevanten Einflussfaktor für Standortbewertung, Speicherstrategie und Investitionsentscheidung werden.

Zur Berechnung plausibler Netzentgelt-Zeitreihen je Netzgebiet nutzen wir umfassende Vorarbeiten und Daten: umfangreiche Wetterdaten, Erzeugungs- und Verbrauchsdaten, regionale Strukturinformationen und Modelle, die regionale Einspeise- und Verbrauchsstrukturen für die Zukunft simulieren.