Der Expertenrat für Klimafragen hat am 18. Mai 2026 sein aktuelles Gutachten zur zukünftigen Entwicklung der Treibhausgasemissionen in Deutschland veröffentlicht. Das Fazit: Um die im Grundgesetz verankerten Klimaschutzziele zu erreichen, sind weitere Anstrengungen notwendig.
Doch wie entwickelt sich der Klimaschutz im Vergleich zu unseren Nachbarländern?
Für unsere Analyse haben wir die jüngsten Veröffentlichungen der UNFCCC ausgewertet. Die sogenannten Treibhausgasinventare dokumentieren jährlich die historischen Emissionen aller Annex-II-Staaten und liegen inzwischen bis einschließlich 2024 vor. Die umfangreichen Datensätze wurden von uns nach einem einheitlichen Schema sowie entlang der deutschen Sektorengrenzen gemäß Klimaschutzgesetz aufbereitet und analysiert. Betrachtet wurden dabei die Bereiche Energiewirtschaft, Industrie, Haushalte, Verkehr, Landwirtschaft und Abfallwirtschaft sowie Sonstige.

Die Ergebnisse zeigen:
- Deutschland konnte seine Treibhausgasemissionen zwischen 1990 und 2024 insgesamt um 48% reduzieren.
- In den Nachbarländern lag der aggregierte Rückgang im selben Zeitraum bei 33%.
- Im besonders emissionsintensiven Sektor Energie sanken die Emissionen in Deutschland um 60%.
- Die Nachbarländer verzeichneten hier aggregiert einen Rückgang von 48%.
Die Auswertung macht deutlich:
Deutschland hat in den vergangenen Jahrzehnten spürbare Fortschritte bei der Minderung der Treibhausgasemissionen erzielt und im betrachteten Zeitraum stärkere Emissionsrückgänge verzeichnet als die aggregiert betrachteten Nachbarländer. Gleichzeitig zeigt das Gutachten des Expertenrats, dass weitere Maßnahmen erforderlich bleiben, um die langfristigen Klimaziele zu erreichen. Bei der Einordnung der Ergebnisse ist zudem zu berücksichtigen, dass sich die nationalen Ausgangsbedingungen, Energiesysteme und sektoralen Strukturen teilweise deutlich unterscheiden.
